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Verein kleinwüchsiger Menschen der Schweiz |
Unsere Anliegen
Gesellschaftliche Anliegen
Wir wollen infolge unserer Behinderung in Schule, Freizeit und Beruf nicht diskriminiert werden.
Die Begriffe 'Liliputaner', 'Zwerg', 'Zwergwuchs', 'Hühnerbrust', 'Dackeltypus' etc. sollen aus dem allgemeinen und medizinischen Vokabular gestrichen und durch 'klein', 'Kleinwuchs' oder 'kleinwüchsig' ersetzt werden.
Geselligkeit und Gedankenaustausch unter kleinwüchsigen Menschen soll weiter gefördert werden. Dazu gehört auch der Austausch von Informationen, zum Beispiel über Anbieter von Kleidern und Gegenständen, die unseren Anforderungen entsprechen.
Alle Menschen in der Schweiz mit einer Körpergrösse unter 150 cm sollen sich zu einer Gemeinschaft zusammenschliessen.
Schulische und berufliche Anliegen
Kleinwüchsige Kinder sollen in die normalen öffentlichen Schulen eingegliedert werden.
Alle kleinwüchsigen Menschen sollen die Möglichkeit erhalten, den Beruf zu erlernen und auszuüben, der ihren geistigen und körperlichen Fähigkeiten entspricht.
Besondere Einrichtungen, welche die Kleinwüchsigen zur Ausübung ihres Berufes benötigen, sollen ihnen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.
Medizinische Anliegen
Alle kleinwüchsigen Menschen sollen Anrecht auf eine effiziente medizinische Beratung haben, die gezielt auf ihre Probleme eingeht. Deshalb sollen medizinische Beratungsstellen entstehen, wo besonders ausgebildete und fachlich kompetente Fachpersonen den kleinwüchsigen Menschen sowie den Eltern kleinwüchsiger Kinder in allen Fällen von Kleinwuchs Rat und Hilfe geben kann.
Angehende Ärzte und Therapeuten in medizinischen Berufen sollen in der Ausbildung vermehrt über die Faktoren, die den Kleinwuchs beeinflussen oder auslösen, unterrichtet werden, damit in der Schweiz ein Netz von Ärzten und Therapeuten entsteht, die als Spezialisten auf diesem Gebiet gelten können.
Die medizinische Forschung über die Phänomene des Kleinwuchses soll gefördert werden, damit das Leben kleinwüchsiger Menschen verbessert werden kann.
Bauliche Anliegen
Zur Förderung unserer Selbständigkeit sollen alltägliche Einrichtungen so konstruiert werden, dass sie von allen Menschen problemlos benützt werden können.
Zum Beispiel: öffentliche Telefonzellen, Briefkasten, Türklingeln, Fenstergriffe, Lichtschalter, Bedienungsknöpfe in Aufzügen, Garderobenhaken, Wasserhähnen und Lavabos, Seifen- und Handtuchspender, Regale in Selbstbedienungsläden, Billett-Automaten, Schalter in Post, Banken und öffentlichen Gebäuden, Bank- und Postautomaten, Stufen zu Bahn, Tram oder Bus.
Das behindertengerechte Bauen soll gefördert werden. Behindertengerechte Wohnungen sollen unseren Lebensbedingungen angepasst werden. Küchen, Bäder und die zum Wohnen nötigen Einrichtungsgegenstände sollen auch von Kleinwüchsigen normal benützt werden können. Dem Umstand, dass wir mehr Wohnraum benützen (Räume sind für uns in der Höhe nicht ausnutzbar) soll Rechnung getragen werden.
Wir wünschen uns Geschäfte, welche auf die Bedürfnisse von Kleinwüchsigen zugeschnittene Kleider und Schuhe zu normalen Preisen anbieten oder anfertigen. Anbieter von Kleidern in Extremgrössen existieren bereits.
Finanzielle Anliegen
Uns soll ein Angebot von Autos und Fahrrädern zur Verfügung stehen, mit denen auch wir fahren können. Umbausätze für Autos sollen durch Standardisierung preisgünstiger werden und von allen Garagen eingebaut werden können.
Die höheren Lebenskosten, die durch unsere Kleinwüchsigkeit bedingt sind, sollen durch Beiträge der IV aufgefangen werden. Gleichzeitig soll die Möglichkeit geschaffen werden, diese Mehrkosten von den Steuern absetzen zu können.
Wir fordern die gleichen Prämien für Lebensversicherungen wie sie für normal gewachsene Menschen gelten. Unsere Lebenserwartung ist nämlich nicht tiefer als jene des gesamten Volkes.
Der Militärpflichtersatz muss für alle behinderten Menschen abgeschafft werden. Da die Behinderten ihre Lebenssituation nicht frei gewählt haben, muss diese Form der Besteuerung als Diskriminierung gewertet werden.