|
Verein kleinwüchsiger Menschen der Schweiz |
Kleinwuchs bedeutet...
Eine objektive Grössenabweichung von der regelmässig erhobenen Normgrösse
Objektiv gesehen handelt es sich beim Kleinwuchs um eine Grössenabweichung von der alle zehn Jahre erhobenen Normgrösse von derzeit 174 cm bei Männern und 163 cm bei Frauen. Nach dieser Norm wird das gesamte öffentliche Leben konzipiert und ausgerichtet sowie die Konfektionsgrösse festgelegt. Ebenso werden Gebäude, Möbel, Verkehrsmittel dieser statistisch erhobenen Normgrösse angepasst.
Eine durchschnittliche Körpergrösse von 130 Zentimeter
Die genormte Umwelt enthält für uns eine ganze Reihe von Barrieren, Hindernissen und Begrenzungen, die uns in unserer selbständiger Lebensführung und in unserem Aktionsradius hindern und auch behindern.
Bauliche Hürden, wie zum Beispiel:
Ein Stuhl ist konstruiert nach der Norm der 'Normalgrösse'. Für einen kleinwüchsigen Menschen von 130 cm ist es schwierig, sich auf solchen Stühlen wohl zu fühlen.
Entweder sitzt dieser vorne auf der Kante, so dass er mit den Füssen am Boden bleiben kann, oder er setzt sich ganz hinten auf den Stuhl, so dass seine Unterschenkel auf der Sitzkante aufliegen und die Füsse in der Luft hängen.
Beide Sitzvarianten sind äusserst unbequem und verursachen Rückenschmerzen. Die Normalstellung: Füsse auf dem Boden und sich dennoch anlehnen können, würde für die kleinwüchsige Person bedeuten, dass sie halb liegend und anatomisch völlig unsinnig im Stuhl hängen würden.
In der Küche ist die Arbeitsplatte ist in der Regel so hoch, dass sie einer kleinwüchsigen Frau von durchschnittlich 130 cm bis auf knapp Brusthöhe reicht, wodurch das Hantieren in der Küche auf Dauer sehr lästig und beschwerlich wird. Bei der täglichen Küchenarbeit wird die normierte Höhe der Arbeitsplatte als zu hoch und somit als behindernd erlebt. Eine Anpassung der Höhe der Küchenmöbel und der Arbeitsplatte ist daher notwendig, um die Arbeit ungehindert erledigen zu können.
Gesellschaftliche Hürden, wie zum Beispiel:
Mitmenschen starren uns an, belächeln oder lachen uns gar aus, bemitleiden und lehnen uns ab.
Manchmal erleben wir aus der Einstellung und dem Verhalten der Mitmenschen uns gegenüber Spott, Verständnislosigkeit und Abwehr.
Wir werden geduzt.
Diskriminierungen im Beruf
Diese Erlebnisse erschweren die Entwicklung eines gesundes Selbstvertrauens und die Aufrechterhaltung eines positiven Selbstbildes. Viele von uns bekommen häufig das Gefühl, dass ihnen nichts zugetraut und sie nicht als Erwachsene akzeptiert werden. Nicht selten erleben sie Gefühle der seelischen Verletzung, der Kränkung und der Geringschätzung.
Medizinische Hürden:
Die Symptome des Kleinwuchses können mit der modernen Medizin nur schlecht therapiert werden. Medizinische Eingriffe können Verbesserungen und Linderungen schaffen, die körperliche Behinderung bleibt in der Regel bestehen.